Ein Beitrag von Michaela Mayr, Dipl. Ernährungstrainerin:
https://www.michaelas.net

Veganes Protein: Besser oder schlechter als Whey Portein?

Proteine sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, besonders für diejenigen, die sich auf Fitness, Muskelaufbau oder Gewichtsmanagement konzentrieren. Als essenzielle Bausteine des Muskelgewebes fördern Proteine nicht nur die Muskelregeneration, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle bei zahlreichen körperlichen Prozessen.

Doch in der Debatte um die ideale Proteinquelle stellen sich viele die Frage: Ist veganes Protein besser oder schlechter als Whey Protein?

Die Basics: Was ist der Unterschied?

Whey ist das englische Wort für Molke, die als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Milch entsteht. Eine spezielle Variante ist das Native Whey Isolat, das direkt aus der Milch filtriert wird. Whey Protein ist tierischen Ursprungs und bekannt für seine hohe Bioverfügbarkeit sowie seinen reichen Gehalt an essenziellen Aminosäuren. Hier erfährst du mehr über Whey Protein.

Veganes Proteinpulver, andererseits, stammt aus Pflanzen wie Hanf, Reis, Erbsen und Soja. Diese Quellen bieten nicht nur Protein, sondern auch eine Fülle von zusätzlichen Nährstoffen und gesundheitsfördernden Eigenschaften. Zudem ist die Eiweißzufuhr durch veganes Proteinpulver oft mit weniger gesättigten Fetten und Cholesterin verbunden.

Veganes Protein: Die Mischung macht’s

Wenn es um den Muskelaufbau geht, zählen Aminosäuren. Whey Protein hat lange Zeit die Oberhand gehabt, dank seines kompletten Aminosäureprofils und seiner schnellen Absorption.

Doch veganes Proteinpulver holt auf. Individuell betrachtet haben vegane Proteinquellen zwar oft kein vollständiges Aminosäureprofil, doch durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Proteine, wie z.B. Reis- und Erbsenprotein, lässt sich dieses Defizit ausgleichen.

Ein Beispiel gefällig? Reisprotein ist reich an Methionin, einer schwefelhaltigen Aminosäure, mit etwa 2,4 Gramm pro 100 Gramm, jedoch arm an Lysin. Im Gegensatz dazu enthält Erbsenprotein viel Lysin, bietet aber weniger Methionin, ungefähr 0,9 Gramm pro 100 Gramm. Durch die Kombination von Reis- und Erbsenprotein ergänzen sich die Aminosäureprofile beider Pflanzenproteine, wodurch ein ausgewogeneres Aminosäureprofil entsteht, das dem von Whey Protein ähnlicher ist.
Hinweis: Die genauen Angaben können je nach Hersteller und spezifischer Produktformulierung variieren. Hier findest du einen Überblick zu unseren Reis- und Erbsenproteinen.

„Moderne Mischungen aus Hanf-, Reis-, Erbsen- und Sojaprotein bieten mittlerweile ebenfalls ein vollständiges Aminosäureprofil und können den Muskelaufbau effektiv unterstützen.“

Gesundheit: Mehr als nur Protein

Veganes Proteinpulver bietet über die bloße Eiweißzufuhr hinaus zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Hanfprotein zum Beispiel ist reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System unterstützen. Reisprotein ist hypoallergen und somit eine großartige Option für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten. Erbsen- und Sojaprotein sind wiederum gut für die Verdauung und können zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen.

Fazit: Eine Frage der Perspektive

Ist veganes Protein besser oder schlechter als Whey Protein? Sowohl veganes Proteinpulver als auch Whey Protein haben ihre Vorzüge. Für den Muskelaufbau schaffen beide Optionen Erfolge, doch veganes Proteinpulver punktet mit zusätzlichen gesundheitlichen Benefits und einem positiven Beitrag zum Umweltschutz.
Schlussendlich kommt es darauf an, was für dich und deinen Körper am besten funktioniert. Experimentiere ein bisschen, hör auf deinen Körper und finde deinen Favoriten.

IHast du noch Fragen zum Thema Protein? Unsere Ernährungsexpertin Michaela teilt im Podcast „Michaelas – Am Küchentisch“ einen groben Faktencheck zu Proteinpulver und ihre Einschätzung zu veganen Alternativen. Hier lang.

Autorin: Ein Beitrag von Michaela Mayr, Dipl. Ernährungstrainerin: https://www.michaelas.net